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Die Chronik

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Der Junggesellen Schützenverein Riesenbeck ist dem Alter nach der Benjamin unter den Riesenbecker Schützenvereinen. Wenn auch bereits vorher ein loser Zusammenschluss der Junggesellen bestand, so fand erst im Jahre 1899 als sich nun einige Freunde des Schießsports zusammen fanden, die Gründung eines entsprechenden Vereins statt. Interessant ist, dass bei einer Vereinsanmeldung der damalige Amtmann Göpfert die gleichzeitige Gründung der Feuerwehr anordnete. So kommt es nun, dass die Gründer des Junggesellen Schützenvereins zum Teil auch die Gründer der Feuerwehr sind. Zu den Mitbegründern gehören u. a Karl Gröver, Josef Storck, Georg Stork, Johannes Verspohl. Zweck und Ziel des Vereins waren und sind es auch heute noch: Pflege der Geselligkeit, Ausübung und Förderung des Schießsports, jährliche Ermittlung eines Schützenkönigs mit anschließendem Festball und Ausdruck der Lebensfreude in einer Heimat- naturverbundener Weise. Als erster Schützenkönig wurde Julius Keller verzeichnet, der sich Fräulein Maria Storck zur Königin erwählte. Über die ersten Jahre der Vereinstätigkeit ist recht wenig bekannt, da die Chronik hierüber keine Aufzeichnungen enthält. Zu den weiteren Veranstaltungen, die außer dem Schützenfest noch stattfanden, gehörten das Fastnachtsfest, die in regelmäßigen Abständen stattfindenden Versammlungen und in der Regel einmal im Jahr eine Ausflugsfahrt. Bereits in einem Protokoll vom 8. April 1907 wird die Anschaffung einer Fahne beschlossen. Den Entwurf lieferte Karl Gröver. Diese Fahne hat jedoch die wirren des 2. Weltkrieges nicht überstanden. Sie befand sich ende des 2. Weltkrieges im Fahnenschrank, der in der Gastwirtschaft Verspohl stand, und wurde von Soldaten der britischen Besatzungsmacht entwendet. Reste der Fahne wurden kurze Zeit später noch einmal, zweckentfremdet als Fußmatte gesehen, konnten aber auch nicht mehr gerettet werden. Da zu der damaligen Zeit die Anschaffung einer Fahne natürlich einiges kostete, wurde beschlossen, für zwei Monate einen Sonderbeitrag von 1,00 Mark zu erheben. Sollte diese Maßnahme und der Kassenbestand dann noch nicht ausreichen, wurde beschlossen, den monatlichen Beitrag um 5 Pfennig zu erhöhen. Für die heutige Zeit gesehen, erscheinen diese Beiträge nicht sehr hoch, aber rückschauend betrachtet, kann man feststellen, dass schon viel Idealismus bei der Sache sein musste, denn solche Beträge waren zur damaligen Zeit nicht einfach aufzubringen. Das dieses aber anscheinend noch nicht für die Beschaffung gereicht hat, sieht man daran, dass in der Chronik verzeichnet steht: “Ferner wurde um die Schulden zu tilgen beschlossen, für den Monat Juli und August 25 Pfennig mehr zu erheben. Besondere Vorkommnisse sind in den kommenden Jahren nicht zu verzeichnen, höchstens über einige vereinsinterne Sachen, so dass dem König erstmalig ab 1909 ein Königsgeld bewilligt wurde (i.H.v. 10 Mark), außerdem muss jeder Schützenbruder der nicht mit zur Scheibe, geht eine Strafe zahlen. Der Scheibenstand befand sich damals am Südhang des Teutoburger Waldes, in der Nähe des jetzigen Hauses Alfons Hüser. Geschossen wurde mit dem Karabiner auf eine Scheibe.

 

Das Schützenfest am 21. Juni 1914 war für einige Jahre das letzte, das wegen des 1. Weltkriegs gefeiert werden konnte. Während des Krieges selbst ruhte jegliche Vereinstätigkeit. Der Krieg forderte auch vom Junggesellen Schützenverein seinen Blutzoll, denn eine Reihe von Schützenbrüdern musste auf dem Schlachtfeld ihr Leben lassen.
[Der Erste Weltkrieg - Die Geschichte]

Bereits am 15. Dezember 1918 fand schon wieder die erste Versammlung statt, in der Beschlossen wurde, die Tradition wieder aufleben zu lassen, den Verein neu aufzubauen und die seit alter Zeit bestehenden Festlichkeiten in rechte Gemütlichkeit und Eintracht zu feiern. Ferner wurde beschlossen, auch in kultureller Hinsicht etwas zu tun, und es wurde eine Theaterspielgruppe gegründet. Die Spielgruppe bildete bald einen festen Bestandteil der winterlichen Unterhaltung in Riesenbeck. Der Vereinsbeitrag wurde auf monatlich 0,50 Mark festgelegt, während jeder der neu aufgenommen werden will, 1, 00 Mark Aufnahmegebühr bezahlen musste. An diesem Abend traten noch 18 Mitglieder dem Verein bei. In der Versammlung wurden dann die Vorstandsposten neu besetzt, zum 1. Vorsitzenden wurde Franz Närkter gewählt. Aus der damaligen Zeit ist noch zu berichten, dass die Mitglieder bei den Festen immer ihre Mitgliedskarte vorzeigen mussten, denn die Feste wurden streng geschlossen gefeiert. Nichtmitglieder hatten keinen Zutritt. Bei den Festen musste außerdem das Vereinsabzeichen getragen werden. Der Beitrag wurde auf den monatlichen Versammlungen kassiert. Bei Heirat eines Mitgliedes wurden am Vorabend der Hochzeit Birken geholt. Das 1. Schützenfest nach dem Kriege wurde am 6. Juli 1919 gefeiert. Auf der Versammlung am 27.08.1919 wurde beschlossen, einen Vereinsschrank anzuschaffen, der jeweils im Vereinslokal stehen soll. Ferner soll eine Ehrentafel für die Gefallenen des 1. Weltkrieges errichtet werden. Welch strenge Sitten damals herrschten, ersieht man aus dem Protokollbuch. Auf der Versammlung am 14.03.1920 wurde beschlossen, dass wer den Versammlungen fernbleibt, für das erste mal 0,50 Mark, für das zweite Mal 0,75 Mark und für das dritte Mal 1,00 Mark Strafe zahlen muss und bei nochmaligem Fernbleiben, aus dem Verein ausgeschlossen wird. Ferner sollte noch im gleichen Jahr der Scheibenstand ausgebessert werden, und so wurde beschlossen, dass Mitglieder zu erscheinen haben, und derjenige, der nicht erscheint, 1,00 Mark Strafe bezahlen muss. Die sich langsam abzeichnende Geldentwertung wirft auch schon ihr Schatten voraus, denn wenn im Jahre 1920 der Jahresbeitrag auf 1,00 Mark festgesetzt wurde, betrug er im Jahre 1921 schon 2,00 Mark. Ferner wurde am 24.04.1921 beschlossen, dass das nicht Anlegen des Vereinsabzeichens mit 5,00 Mark und wer nicht zum Scheibenstand geht und abends mitfeiern will 10 Mark Strafe geahndet wird. Die Strafe für die Nichtmithilfe bei der Ausbesserung des Scheibenstandes betrug zu dieser Zeit 3,00 Mark. Hier kommt nun auch zum ersten Male das Jubelfest aus Anlass des 25jährigen Bestehens des Junggesellen-Schützenvereins im Jahre 1924 zur Sprache. Es wird beschlossen, eine einmalige Umlage von 5,00 Mark zu erheben. In der nächsten Versammlung kommt noch einmal das Jubelfest zur Sprache, wörtlich heißt es hierüber in der Chronik: „In der heutigen Generalversammlung wurde beschlossen, dass zum Jubelfest 1924 auf der Sparkasse 500,00 Mark festgelegt werden sollen. Diese 500,00 Mark sind vor dem Jubelfest nicht abzuheben, selbst wenn ein neuer Vorstand gewählt wird. Aus den Jahren 1922 und 1923 ist als wesentliches und für alle, die es selbst nicht mitgemacht haben, zu berichten, dass am 23. April 1922 der Monatsbeitrag auf 5,00 Mark erhöht wurde, während beim Schützenfest ein Festbeitrag von 20,00 Mark erhoben wird.

Der König erhält ein Königsgeld in Höhe von 500,00 Mark. Aber noch im gleichen Jahr auf der Versammlung am 1. Oktober 1922 wurde der Monatsbeitrag auf 20,00 Mark monatlich erhöht, während Mitglieder, die dem Verein beitreten wollen, ein Eintrittsgeld von 50,00 Mark zu zahlen haben. Doch bereits auf der Versammlung am 10. Dezember 1922 wurde der Monatsbeitrag auf 50,00 Mark erhöht. Dass die Inflation schon weit fortgeschritten war, kann man aus dem Beschluss der Versammlung vom 18. März 1923 ersehen, wo es u. a. wörtlich in der Vereinschronik heißt: „Es wurde beschlossen, den Monatsbeitrag bis auf weiteres nicht zu erheben, sondern bei stattfindenden Festen einen Festbeitrag zu erheben.“ Bemerkenswert vielleicht noch, dass es auch noch heißt: „Das Fastnachtsfest konnte wegen allgemeinen Tanzverbotes nicht gefeiert werden. Das Schützenfest im Jahre 1923 wurde trotz der schlechten Zeit wie in all den Jahren vorher gefeiert. Wie wichtig sich beim Schützenfest allerdings der Beschluss erweist, nur kurzfristig einen Festbeitrag festzusetzen, ersieht man aus den nachfolgenden Zahlen. Das Königsgeld wurde auf 50.000 Mark festgesetzt. Jedes Mitglied hat einen Festbeitrag von 5.000 Mark zu zahlen, während die Ehrenmitglieder 2.000 Mark zahlen. Mitglieder, die nicht mit antreten und am Festball teilnehmen wollen, zahlen 20.000 Mark. Aus den Aufzeichnungen über die Monatsversammlung im Dezember 1923 stellt man allerdings fest, dass die Inflation wohl überstanden ist, denn es wird beschlossen, wieder einen Monatsbeitrag in Höhe von 25 Pfennig zu erheben, während Mitglieder, die ohne dringende Entschuldigung einer Versammlung fernbleiben, 10 Pfennig Strafe zahlen. Das Jahr 1924 war nun gleichzeitig das Jahr, in dem auch die Jubelfeier aus Anlass des 25 jährigen Bestehens des Junggesellen-Schützenvereins gefeiert werden sollte. Da auch zur damaligen Zeit so ein Fest einige Arbeit mit sich brachte, wurde ein Festausschuss gewählt, der wie folgt aussah: Amtmann Boele, Johannes Oechtering, Bernhard Trippe, Georg Storck, Karl Gröver, Wilhelm Stratmann, Heinrich Leugers. Außerdem gehörten dem Festausschuss noch die damaligen Vorstandmitglieder August Joseph Book, Josef Büker, Anton Achtermann, Bernhard Rettig, August Book an. Das Jubelfest feierte der Junggesellen-Schützenverein am 15. Juni 1924, während am Tag darauf, dem 16. Juni 1924, das eigentliche Schützenfest gefeiert wurde. Das Jubelfest nahm, wie es in der Chronik heißt, unter zahlreicher Beteiligung einen guten Verlauf. An der Jubiläumsfeier nahmen folgende Vereine aus der näheren Umgebung teil: Birgte, Lage, Dörenthe, Grone-Westfeldmark, Hörstel und Uffeln. Über den weiteren Verlauf berichtet die Chronik ferner, dass viel Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschten und das ganze Dorf auf den Beinen war. Festplatz war der Platz vor der Mädchenschule. Von dort startete ein Umzug, durch sämtliche Straßen des Dorfes. Der Festzug wurde aufgelöst beim Spritzenhaus, von wo aus, die einzelnen Vereine zu den Festlokalen zogen. Hier vielleicht in diesem Zusammenhang erwähnenswert, dass sich das damalige Spritzenhaus in der Mitte des Dorfes auf dem Klemens-August-Platz befand, einige Riesenbecker Bürger werden sich noch daran erinnern. Der Jubelverein selbst feierte auf dem Leuger´schen Saale, weil wie es in der Chronik heißt, hier auch das erste Schützenfest gefeiert wurde.

Das Schützenfest am drauf folgenden Tage sah als Jubelkönigspaar Bernhard Bäumer und Fräulein Gertrud Funke. In der Folgezeit wird nun einmal über die Anschaffung von Degen gesprochen und zwar sollen diese nur dann angeschafft werden, wenn es die finanzielle Lage des Vereins zulässt. Es wurde auch noch über die Anschaffung von Schützenmützen gesprochen. Anscheinend hatte aber das Jubiläum doch größere Lücken in der Vereinskasse hinterlassen, die Degen wurden zwar angeschafft, aber in der Chronik wird berichtet: „Sodann wurde vom Vorstand vorgeschlagen, um die Schulden zu decken, am Ostermontag eine öffentliche Tanzlustbarkeit zu veranstalten. Zu erwähnen ist vielleicht aus dieser Zeit auch noch, dass das Festlokal für die Feste wie Schützenfest, Fastnachtsfest sehr oft wechselte, sie wurden in den verschiedenen Sälen im Dorf gefeiert. Zum Fastnachtsfest wäre noch zu sagen, dass der Verlauf dieser Feste im allgemeinen wie folgt aussah: Zu Beginn wurde von der Spielschar ein kurzes Theaterstück aufgeführt, die Festteilnehmer bekamen bunte Fastnachtsmützen, die vom Verein angeschafft wurden, und nach dem Theaterspiel wurde dann zum Tanz aufgespielt. In der Generalversammlung am 27. März 1927 wurden, wie in der Chronik berichtet wird, neue abgeänderte Statuten verabschiedet und eine Verlegung des Vereinslokals beschlossen. Vereinslokal war bis dahin die Gastwirtschaft Leugers. Als neues Vereinslokal wurde die Gastwirtschaft Verspohl gewählt, auch soll dort dann die Zukunft der vereinseigene Fahnenschrank aufgestellt werden. Die Beschaffung der Gewehre und der Munition bereitete von Jahr zu Jahr größere Schwierigkeiten, und so wurden Wege gesucht, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen. Es gelang nun, dafür den Schmiedemeister August Helmig zu verpflichten, der in Zukunft für die Beschaffung der Gewehre und der Munition sorgen sollte. Dass diese Regelung wohl zur Zufriedenheit aller ausgefallen ist, kann man schon daraus ersehen, dass in den folgenden Jahren August Helmig offiziell zum Schießmeister für die Schützenfeste bestimmt wurde. In der Versammlung am 22. Januar 1928 wird noch einmal darüber gesprochen und auch beschlossen, dass zu Festen Fremde (dass heißt: keine Vereinsmitglieder) keinen Zutritt haben. Man will also auch weiterhin die Feste ganz unter sich feiern. Aus dem Protokoll der Generalversammlung am 19.8.1928 ist folgendes besonders erwähnenswert, denn so etwas gibt es nicht alle Tage. Es heißt dort wörtlich: „Dann folgte der Kassenbericht. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Von einer Prüfung des Kassenbuches wurde wegen des Vertrauens, welches die Versammlung auf den Kassierer setzte, Abstand genommen. Den Namen des Kassierers wollen wir hier an dieser Stelle nicht vergessen zu erwähnen, es war dieses Heinrich Brüggemeyer. In dem Bericht vom Schützenfest am 23. Juni 1929 wird erstmalig in der Geschichte des Junggesellen-Schützenvereins von einer Polonäse, die kurz vor Eintritt der Dunkelheit stattfinden gesprochen, denn es heißt u.a.: „Besonders zu der Polonäse hatten die Mitglieder mit ihren Damen sicht recht zahlreich eingestellt“. Daraus ersieht man ferner, dass auch schon zur damaligen Zeit die Polonäse einer der Hauptanziehungspunkte des Schützenfestes wurde, denn auch heute ist, wenn die Polonäse durch das Dorf zieht, der Straßenrand von Zuschauern umsäumt. War es doch immer wieder interessant, zu sehen, mit welchem Mädchen wohl der einzelne Schützenbruder das Schützenfest feierte. In den Jahren 1929 und 1930 erfolgte eine wesentliche Belebung des Vereinslebens, es wurde von da ab bei den Schützenfesten immer ein Preisschießen für die Allgemeinheit durchgeführt, auch wurde beschlossen, am Vorabend des Schützenfestes Birken vom Berg zu holen, um die Festlokale besonders zu schmücken. Eine Änderung ergab sich auch bezüglich des Schießstandes, denn ab 1930 befand sich der Schießstand bei dem Bauern Tönnissen.

Das der Junggesellen-Schützenverein auch alle Höhen und Tiefen der wirtschaftlichen Entwicklung während der Zeit seines Bestehens mitgemacht hat, kann man immer wieder bemerken. Denn die allgemeine Arbeitslosigkeit machte sich auch in Riesenbeck bemerkbar. Ein Auszug aus der Vereinschronik von einer Versammlung am 12.4.1931 verdeutlicht dieses, den es heißt bei der Besprechung über das Schützenfest: „Ein Festbeitrag soll in Anbetracht der schlechten wirtschaftlichen Lage vieler Mitglieder nicht erhoben werden“. Es heißt auch weiter noch, wer beim Antreten am Mittag fehlt, zahlt nicht wie üblich eine Strafe, sondern wird abends beim Festball als Fremder behandelt, das heißt, er hat keinen Zutritt. Auf der Versammlung am 24.11.1931 wird beschlossen, das Winterfest (Fastnachtsfest) nicht wie gewohnt am Nachmittag schon zu beginnen, sondern wegen der schlechten Zeit erst am Abend anzufangen. Zu den Vorbereitungen für das Schützenfest 1932 wäre noch der Beschluss einer Versammlung vom 14. März 1932 zu erwähnen, wo es heißt: „Alsdann wurde der Vorschlag vom Vorstand das Königsgeld von 25,00 Mark auf 50,00 Mark zu erhöhen, wegen der Geldknappheit der Mitglieder, einstimmig angenommen. Zum Schützenfest 1933 hatte sich die allgemeine Wirtschaftslage anscheinend schon wieder ein bisschen gebessert, denn es wird vom Vorstand vorgeschlagen wie es heißt: „ einen kleinen Festbeitrag von 25 Pfennig zu erheben“. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Der Mitgliederbestand wird zu der Zeit mit 80 Mitgliedern angegeben. Aus der Chronik ersieht man ferner ab 1933, dass auch anscheinend die Politik Einfluss in das Geschehen und in die Veranstaltungen, die auf Reichsebene veranstaltet werden, wie Fackelzug aus Anlass der Feier der nationalen Arbeit, das Erntedankfest, ein Demonstrationszug aus Anlass der Wahl mit Fackelzug, an der Kriegsgedächtnisfeier u.a. teilnimmt, bzw. heute gesehen, vielleicht teilnehmen musste. Der Nationalsozialismus nimmt auch anders gesehen seinen Einfluss, denn in der Chronik ist als Abschluss der Versammlung vom 29.10.1933 verzeichnet: „Darauf schloss der Vorsitzende mit einen dreifachen, „Sieg Heil“ auf unseren Volkskanzler Hitler die Versammlung.“ Beim Schützenfest 1934 wird nun noch eine Änderung bzw. eine Erweiterung des Schützenfestes vorgenommen, denn es wurde zum ersten Male am Tage nach dem Schützenfest Abend die Königsscheibe zum Hause des Königs gebracht und dort am Giebel befestigt. Anschließend marschierte der Verein mit dem Königspaar zum Vereinslokal Verspohl. Hier wurde nun von Verein ein Fass Freibier aufgelegt, bei dem die Mitglieder noch einige gemütliche Stunden verlebten. Dem König die Königsscheibe bringen, gehörte schon bald zur Tradition und bedeutete wesentliche Erweiterung und Bereicherung des Schützenfestablaufes. Das Bemerkenswerteste aus dem Jahre 1935 ist wohl die Teilnahme an der 100 jährigen Jubelfeier des Junggesellen-Schützenvereins Bevergern, denn der Hin- und Rückweg wurde zu Fuß bewältigt. Hierüber heißt es in der Chronik: „Am Sonntag, dem 19. Mai, nahm unser Verein mit Musikkapelle und Fahne an der Jubelfeier des Junggesellen-Schützenvereins Bevergern teil. Wir beteiligten uns am Festzug und Fahnenweihe. Anschließend hieran fand im Saale Levedag ein Konzert statt. Hier überreichte eines unserer Mitglieder im Namen des Vereins einen Fahnennagel. Gegen Abend marschierten wir geschlossen mit Musikkapelle durch die Bergeshöveder Schlucht nach Riesenbeck zurück“. Die nationalsozialistische Machtherrschaft machte auch vor den Vereinen nicht halt und schaltete sich immer mehr in das Vereinsgeschehen ein.

Aus dem Protokoll einer außerordentlichen Generalversammlung die am 3. Mai 1936 stattfand, kann man u.a. lesen: „Wie aus der Mitteilung des Deutschen Schießsportverbandes ersichtlich sind, nämlich lt. Verfügung des Reichssportführers sämtliche Schützenvereine, welche sich nicht dem Reichsverband für Leibesübungen (Deutscher Schützenverband angliedern, ab 1.1.1936 aufgelöst. Die Versammlung beschloss daher einstimmig, dem Deutschen Schützenbund beizutreten.“ Als erstes war daher jetzt ein Vereinsführer (nicht mehr 1.Vorsitzender) zu wählen, was auch geschah, und zwar wurde der bisherige 1. Vorsitzende Josef Lindenschmidt einstimmig als neuer Vereinsführer gewählt. Es wurde sodann noch die Einheitssatzungen des Reichsverbandes vorgetragen und verabschiedet. Dass dieser Beschluss der Versammlung vermutlich nicht leicht gefallen ist, kann man sich denken, aber im Interesse des Schützenwesens wie Schießsport usw., ist dieser Beschluss wohl gefasst worden. Das Schützenfest 1936 musste allerdings um einen Monat verlegt werden, da zu diesem Zeitpunkt noch kein vorschriftsmäßiger Scheibenstand (Kleinkaliberstand) in Riesenbeck vorhanden war. Aber da zu der Zeit beim Wirt B. Feldmann in Birgte ein neuer Scheibenstand in Bau war, soll das Schießen um die Königswürde auf diesem neuen Scheibenstand erfolgen. Schießmeister bleibt jedoch, wie in den letzten Jahren, der Schmiedemeister August Helmig. Eine Änderung wurde auch in der Benachrichtigung der Mitglieder beschlossen. Bis dahin wurden die Mitglieder zu den Versammlungen durch Aushang im Vereinslokal und durch Bekanntmachung nach der Kirche eingeladen, in Zukunft sollen die Mitglieder zu wichtigen Versammlung schriftlich eingeladen werden. Auf einer Versammlung am 9.12.1936 wurde beschlossen, in Zukunft während der Fastenzeit ein kleines Preisschießen für Mitglieder zu veranstalten, zu dem Zweck, den Schießsport zu pflegen. Im April 1937 wird beschlossen, eine zweite Königskette anzuschaffen, da sich an der ersten Kette bereits zu viele Schilder befinden und schon oft abfallen, und die Gefahr groß ist, dass welche verloren gehen. Ferner wird noch beschlossen, die lt. Anordnung des Deutschen Schützenverbandes zu bildende Schießgruppe zu gründen. Vom Schützenfest 1937 wird berichtet, dass das Königspaar gegen 3 Uhr unter großer Beteiligung und mit Musik nach Hause begleitet wurde. Anfang des Jahres 1938 liest man u.a. im Protokollbuch, dass der Besuch der Versammlungen und Feste teilweise zu wünschen übrig lässt, was aber darauf zurückzuführen ist, dass ein Teil der Mitglieder der Arbeitsdienst um Militärpflicht genügen müssen. In den Jahren vorher wurde schon einige Male das Heimatschützenfest erwähnt, aber es konnte jeweils aus den verschiedensten Gründen nicht teilgenommen werden. In der Chronik liest man unter dem 28. März 1938 u.a.: „Am Sonntag, dem 15.5.1938 findet in Laggenbeck das diesjährige Heimatschützenfest statt. Es wurde beschlossen, zusammen mit den beiden anderen Riesenbecker Vereinen (also als Ortsgemeinschaft) mit Musikkapelle daran teilzunehmen. Jedes Mitglied, welches nicht mitfährt, zahlt 0,50 Mark an die Vereinskasse.“ Zu erwähnen wäre vielleicht, dass in der Ortsgemeinschaft eine Reichsbundflagge anzuschaffen, diese muss nämlich lt. Verfügung des Deutschen Schützenverbandes beschafft werden.

Das Banner soll in Laggenbeck geweiht werden.“ Zum Schützenfest 1938 wäre zu bemerken, dass nach einer Mitteilung des Bürgermeisters die drei Riesenbecker Schützenfeste an einem Tage zu feiern sind. Bedauernd heißt es hierzu in der Chronik: „Wir sind daher gezwungen, unser Fest zu verlegen.“ Die drei Vereine haben sich dann auf einen gemeinsamen Termin, und zwar den Pfingstmontag, der 6. Juni 1938 geeinigt. Es wird ferner berichtet, dass der Bürgerschützenverein Lage bei Kerkhoff, und der Junggesellen-Schützenverein bei Leugers feiert. Laut einer Vereinbarung haben die Mitglieder beider Vereine auf beiden Sälen freien Eintritt. Weiter heißt es noch in der Chronik: „Jeder Fremde zahlt als Eintritt für beide Säle 2,00 Mark. Somit haben auch zu unserem Feste erstmalig Fremde Zutritt. Eine andere Lösung war nicht zu finden.“

 

Mit dem Schützenfest am Pfingstmontag, dem 29.5.1939, endet für einige Zeit die Geschichte des Junggesellen-Schützenvereins. Das damalige Königspaar Georg Storck und Paula Plagemann ahnte nicht, dass es zehn Jahre lang diese Würde tragen sollte, denn es war das letzte Schützenfest für eine lange Zeit. Der Zweite Weltkrieg mit seinen katastrophalen Folgen hatte mit seinen Trümmern auch den Lebenswillen und die Lebensfreude des deutschen Volkes tief erschüttert und es dauerte lange ehe sich der Wille zu neuem Schaffen- besonders auch im Vereinsleben regte.
[Der Zweite Weltkrieg - Die Geschichte]

 

Auf Wunsch vieler Junggesellen im Dorf wurde auf einer Versammlung am 19.6.1949 unter Leitung des früheren 1. Vorsitzenden Josef Lindenschmidt auch der Junggesellen-Schützenverein wieder neu gegründet. 60 Mitglieder wurden noch während der Versammlung in den Verein neu aufgenommen. Als 1. Vorsitzender des Vereins wurde Heinrich Beiermann gewählt. Die Versammlung beschloss ferner, noch im Jahre 1949 das traditionelle Schützenfest zu feiern. Im Gegensatz zu der Fahne, die in den Kriegswirren verloren ging (hierüber wurde bereits zu Anfang dieses Berichtes geschrieben), konnten die Schützenketten gerettet werden. Sie sind heute mit dem alten Protokollbuch und alten Mitgliedslisten der wertvollste Traditionsbesitz des Vereins. Bereits auf der nächsten Versammlung am 30. Juni 1949 wurde nun über die Anschaffung einer neuen Fahne gesprochen. Die Mitglieder unterstützten dies, indem jeder nach besten Kräften eine einmalige, freiwillige Spende gab. Breits zum Schützenfest am 28. August 1949 konnte die neue Fahne, allerdings erst eine Seite, vorgestellt werden. Diese erst einseitig bestickte Fahne kostete 400,00 DM. Die neue Vereinsfahne des Junggesellen Schützenverein Riesenbeck. Der Vorstand präsentiert am zweiten Jubelfesttag, zu Beginn des Schützenfestes, auf dem Festplatz beim Bauern August van Lay, die 1949 angeschaffte und für das Jubelfest im Jahre 1950 endgültig fertig gestellte neue Vereinsfahne. Hier wäre vielleicht noch anzumerken, dass die ganze Fahne am 2. Juli 1950 geweiht wurde, und zwar von einem der Mitgründer des Vereins, Georg Storck. Der künstlerische Inspirator für diese Fahne war wie bereits bei der 1. Fahne wiederum Karl Gröver. Sie zeigt auf der einen Seite grünen Untergrund und die Insignien der Schützen mit der Scheibe. Die andere elfenbeinfarbene Seite bringt in wundervoller Goldstickerei das, mit feinem künstlerischem Empfinden entworfene Riesenbecker Wappen. Es zeigt außerdem die Reinhildesquelle und ein Weberschiffchen. Die Rheinhildesquelle steht nach der Sage im engsten Zusammenhang mit der Entstehung Riesenbeck´s. Das Weberschiffchen will andeuten, dass das Dorf Riesenbeck einst von vielen Handwebern besiedelt war.

Zum Neugründungsjahr 1949 wäre noch zu bemerken, dass die Gastwirtschaft Hans Ternirsen als Vereinslokal gewählt wurde. Gastgeber für den neuen Scheibenstand beim Schützenfest ist seit 1949 nunmehr der Bauer van Lay. Erster Schützenkönig nach dem Krieg wurde Gisbert Veltmann der sich Lucia Steinigeweg zur Königin nahm. Dieses erste Schützenfest wurde in der gewohnten Weise gefeiert. Der Junggesellen-Schützenverein hatte jetzt bereits 89 Mitglieder. Auf der Generalversammlung am 14. Januar 1950 wurde u.a. noch beschlossen, das 50jährige Jubiläum im gleichen Jahre zu feiern, das ja eigentlich schon im Jahre 1949 hätte gefeiert werden müssen. Das Jubelfest wurde nun am 2. Juli 1950 gefeiert. Die Fahnenweihe wurde wie bereits berichtet, am gleichen Tag vorgenommen. Es hatten sich recht zahlreiche Vereine aus den Nachbarorten, insgesamt 16, eingefunden, um an der Jubelfeier teilzunehmen. Des Weiteren nahmen auch alle noch lebenden ehemaligen Könige und viele Ehrengäste daran teil. Die Festansprache hielt der 1. Vorsitzende des Heimatvereins, Baron Max Freiherr Heereman von Zuydtwyck. Er gab in dieser seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Junggesellen-Schützenverein den guten Heimatgedanken und echtes Brauchtum pflegen möge. Der Festakt fand seinen Abschluss mit einem großen Festzug durch das Dorf, wobei die festlich geschmückten Häuser und die vielen Menschen den schönen Eindruck noch verstärkten. Die ehemaligen Könige und die Ehrengäste wurden in Kutschen gefahren, die der Reitverein Riesenbeck freundlichst zur Verfügung gestellt hatte. Nach dem Festzug fand in den Sälen Stratmann und Leugers der Festball statt. Das Fest verlief in guter, harmonischer Weise und wird vielen Riesenbeckern noch heute in Erinnerung sein. Im Laufe des Jahres 1951 wurden weiße Hosen angeschafft, die erstmalig am 25. Mai 1952 beim Jubiläum des Schützenvereins Dörenthe getragen wurden, und wie es heißt: „Einen guten und nachhaltigen Eindruck hinterließen.“ Beim Schützenfest 1952 war erstmalig auch der Spielmannszug der Teupen aus Emsdetten dabei, mit dem seitdem ein gutes freundschaftliches Einvernehmen herrscht, was man daraus ersehen kann, dass er bis zum heutigen Tag an jedem weiteren Schützenfest teilgenommen hat. Ab 1952 wurde das Winterfest (Karnevalfest) für viele Jahre gemeinsam mit dem Sportverein gefeiert. Über das Schützenfest 1953 bereichtet die Chronik, dass dieses bald im letzten Moment in Frage gestellt worden wäre, wörtlich heißt es: „Durch Bubenstreiche im Hofraum des Gastgebers van Lay waren allerhand Unannehmlichkeiten entstanden, die vorher bereinigt werden mussten und wurden.“ Vom Schützenfest 1954 wurde erstmalig ein Film gedreht, was mit einigen Unterbrechungen auch jetzt noch im jedem Jahr geschieht. Eine Änderung des Schützenfestes und wesentliche Erweiterung fand im Jahre 1956 statt. Es wurde nun erstmalig am Morgen des zweiten Tages dem König die Scheibe gebracht und an das Haus genagelt (nicht mehr wie bislang am Abend des auf dem Schützenfest folgenden Tages) und anschließend fand dann auf dem Hofe van Lay ein Frühschoppen im Vogelschießen statt. Den Vogel konnte Josef Stegemann von der Stange holen und wurde somit offiziell zum Vizekönig ausgerufen. Auf einer Versammlung am 29.3.1958 wurde beschlossen, zur Verschönerung des Gesamtbildes, welches der Verein bietet, für die Fahnenoffiziere Federhüte bzw. Federbüsche zu kaufen.

Ab 1959 wird auch wieder regelmäßig während der Fastenzeit ein Pokalschießen um einen Wanderpokal durchgeführt, welches sich auch heute noch einer regen Beteiligung erfreut. In den drauffolgenden Jahren kam eine allgemeine Vereinsmüdigkeit auf, der Mitgliederbestand schrumpfte, und es wurden Überlegungen angestellt, wie man wieder mehr Mitglieder bekommen konnte. Bedingt war dieser Mitgliederschwund auch dadurch, dass heute viele Mitglieder früher heiraten und auch zur Bundeswehr einberufen werden. Es wurden erstmals Überlegungen angestellt, auch verheiratete ehemalige Mitglieder wieder in den Verein aufzunehmen. Aus dem Jahre 1962 vernehmen wir, dass in diesem Jahr in Riesenbeck das Kreisheimatschützenfest gefeiert wird. An den Vorbereitungen dazu beteiligte sich auch der Junggesellen-Schützenverein. Dieses Kreisheimatschützenfest wurde zu einem Höhepunkt des Schützenwesens nach dem 2. Weltkrieg in unserer Gemeinde. In der Generalversammlung am 1.2.1964 wird einstimmig eine neue verbesserte Satzung beschlossen, da die bisherige Satzung nicht mehr in allen Punkten den heutigen Gegebenheiten Rechnung trug. Das wichtigste hierbei war wohl ein neuer Wahlmodus für die Vorstandwahlen. Ab 1963 wurde für 3 Jahre gemeinsam mit der St. Johanni-Schützengebilde das Winterfest gefeiert. Auf der Generalversammlung am 3. März 1967 wurde wohl einer der wichtigsten Punkte in der Geschichte des Junggesellen-Schützenvereins behandelt, und zwar war dies die Möglichkeit der Wiederaufnahme der früheren, jetzt verheirateten Mitglieder in den Junggesellen-Schützenverein bzw. dass ein Junggeselle, der heiratet, weiterhin als Mitglied dem Verein angehören kann. Dieses war auch gleichzeitig der Bruch mit der seit 1899 bestehenden Tradition, dass nur Junggesellen Mitglied werden und sein können. Die dafür notwendigen Änderungen der Satzung wurden einstimmig angenommen. Die näheren Gründe für diesen Beschluss sind so vielfältig, dass man sie hier nicht anführen kann, sondern nur die notwendige Konsequenz einer veränderten Zeit sind. Die Schützenfeste wurden bis 1969 immer zu unbestimmten Terminen gefeiert. Ab 1969 jedoch wird das Schützenfest nunmehr immer zu Fronleichnam und am Tag darauf gefeiert. Das Jahr 1970 war wohl das Jahr der großen Anschaffungen, denn es wurden u.a. ein neues Luftgewehr und ein neuer Pokal (da der bisherige Pokal doch schon sehr ramponiert war) angeschafft. Von einigen Schützenbrüdern wurde auch ein neuer Fahnenschrank hergestellt, der im heutigen Vereinslokal Patte steht. Der alte Fahnenschrank aus dem Jahre 1919 hatte, durch die Wirren der Zeit sehr mitgenommen, seine Dienste wohl getan. 1974 war es dann soweit. In diesem Jahr wurde der Junggesellen-Schützenverein gemeinsam mit der Feuerwehr und der Feuerwehrkapelle 75 Jahre und der Heimatverein wurde 50 Jahre alt. Beim Schützenfest am 13. Juni konnte Paul Grüter als Jubelkönig proklamiert werden. Er nahm seine Frau Anne mit auf den Thron. Gemeinsam mit dem Heimatverein werden zwei Bänke am Schinkenstein aufgestellt. Am Samstag nach dem Schützenfest wurde gemeinsam mit dem Heimatverein, eine Sonderaktion „Schinkenstein“ gestartet. 47 Schützen beteiligten sich an der Aktion und zogen unter den Klängen von Trommel und Akkordeon, mit 2 Bänken zum Schinkenstein und stellten diese dort auf. In fröhlicher Runde saß man noch lange bei Bier und Schinkenschnittchen um den Schinkenstein. Gemeinsam mit den anderen 3 Geburtstagskindern wurde das Jubelfest vom 12. Juli – 21. Juli 1974 mit einer Festwoche auf dem unteren Schulhof gefeiert. Von den Junggesellen wurden in dieser Woche ein öffentlicher Tanzabend, ein Kinderschützenfest und ein Kommersabend ausgerichtet. Am 14. Juli 1974 fand die Festveranstaltung des Junggesellen-Schützenvereins statt, zu der 18 auswärtige Vereine mit 9 Spielmannszügen und eine Blaskapelle angereist waren.

Die Festansprache übernahm Constantin Freiherr Heeremann von Zuydtwyck. Am Ende dieser Festwoche hat es sich gezeigt, dass es sich lohnt mit Gleichgesinnten Vereinen so eng zusammenzuarbeiten, um solch ein Fest zu begehen. Das Jubeljahr war beendet und der 1. Vorsitzende Hans Büscher stellt sein Amt zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde Theo Book. Da die Mitgliederzahl 1975 stark anstieg, wurde auf der Generalversammlung darüber abgestimmt, das Schützenfest aus Platzgründen, auf einem Zelt zu feiern. Die Abstimmung ergab jedoch weiter im Vereinslokal zu feiern. König wurde in diesem Jahr Josef Schippmann. Am 2. Schützenfesttag wurde auf dem Weg zum König, dem Kindergarten eine Krokodilschaukel übergeben und auf dem Rückmarsch zum Festplatz wurde für den Gastgeber Willi van Lay eine Ruhebank mitgenommen. 1976 wurde ein sehr aktives Jahr. Einige Mitglieder trafen sich um gemeinsam ein transportables Toilettenhäuschen zu bauen, um auf dem Hofe van Lay eigene sanitäre Anlagen zu besitzen. Das Schützenfest musste verlegt werden, da Fronleichnam auf den 17. Juni fiel und kein Schützenfest gefeiert werden durfte. Der neue Termin wurde auf Christi Himmelfahrt gelegt. An diesem Tag wurde Andreas Rhode König. Erstmals wurde ein Kaiser von den Königen der letzten 2 Jahre der 4 Riesenbecker Schützenvereine ausgeschlossen. Im Anschluss daran fand ein großer Kaiserball im Festzelt auf Kauling´s Wiese statt. Mit einem großen kalten Büfett, Musik und Tanz kam sehr schnell Stimmung auf. In dieser Form konnte jedoch nie wieder ein Kaiserfest veranstaltet werden, da die Beteiligung von allen Vereinen sehr mager war. Bei der Generalversammlung wurde erstmals der Bau eines Schießstandes, mit Beteiligung alle 4 Riesenbecker Schützenvereine erwähnt. Der Junggesellen-Schützenverein nahm mit 27 Schützen am Heimatschützenfest in Mettingen teil. Ein Jahr später, wurde auf der Generalversammlung am 10. Dezember 1977 die Finanzierung des Schießstandprojektes beschlossen. Der Vorschlag, eine Sonderzahlung von 2,00 DM monatlich zu erheben, solange der Anteil des Junggesellen-Schützenvereins von 10000,00 DM erreicht ist, wurde fast einstimmig angenommen. Hans Büscher wurde nach 2 jährlicher Pause erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bruno Bartsch gab seinen Posten nach 16 jähriger Tätigkeit als Schriftführer an Josef Schippmann ab. Das Karnevalsfest wurde kurzfristig ins Hotel Stratmann verlegt, da der Vereinswirt Möller die Wirtschaft aufgab. Beim Luftgewehrpokalschießen konnten die Frauen erstmals an 2 Abenden teilnehmen. Beim Schützenfest konnte Hubert Kauling die Königswürde nach 1925 wieder zum Berg holen, er nahm Rita Lampe zur Königin. 1978 Das Karnevalfest fand wieder bei Kerkhoff statt, da ein neuer Wirt das Lokal übernommen hat. Die Frauen und Freundinnen der Junggesellenschützen konnten nun an allen Abenden am Pokalschießen teilnehmen und um den von Fa. Kösters gestifteten Pokal kämpfen. Das erste Kinderschützenfest des Junggesellen-Schützenvereins konnte Volker Wagner für sich entscheiden. Der Termin für das Kinderschützenfest soll auch in Zukunft auf den Samstag nach Fronleichnam festgelegt werden. Bei der Generalversammlung wurde Hubert Kauling als Schießwart gewählt, der das Amt für viele Jahre übernahm. 80 Jahre Junggesellen-Schützenverein wurden als Dorfabend mit der Feuerwehrkapelle und der Feuerwehr im Festzelt auf Kauling´s Wiese gefeiert. König wurde in diesem Jahr Johannes Schäfer. Als besondere Attraktion nahmen die Riesenbecker Majoretten am Schützenfest teil. Doch vorher, am 30. April wurde erstmals ein Maibaum geholt und am Vereinslokal aufgestellt. Ab 1980 sollte das Karnevalsfest immer bei Stratmann Hundt gefeiert werden. Der Schießstandbau ist in vollem Gang und soll dieses Jahr noch abgeschlossen werden.

Die Finanzierung ist fast abgeschlossen. Der Maibaum wurde am gleichen Termin wie im vergangenen Jahr geholt, jedoch am Rohbau des Schießstandes aufgestellt. Wegen Umbaumaßnahmen im Vereinslokal musste das Schützenfest im Hotel Stratmann-Hundt gefeiert werden. König wurde Bernhard Henschel. Am 31. August 1980 wurde der Schießstand von Pfarrer Exler eingeweiht und vom 1. Vorsitzenden Reinhold Neier für die Nutzung freigegeben, anschließend wurde der Kaiser ausgeschlossen. Johannes Schäfer konnte diese Würde erringen. Am 14. Juni 1981 nahm der Junggesellen-Schützenverein am Jubelfest der Gravenhorster Schützen teil. Hierbei konnte der Festredner Johannes Rau, als Mitglied in den Junggesellen-Schützenverein aufgenommen werden. Er stiftete einen Wanderpokal, der an jedem Schützenfest ausgeschlossen wird. Erster Besitzer dieses Pokals war Paul Grüter. Für das Karnevalsfest hat sich das Festkomitee etwas Besonderes einfallen lassen, unter der Leitung von Elke Bockholt wurde ein Männerballett auf die Beine gestellt. Mit tollen Kostümen und viel Elan sorgte das Männerballett gemeinsam mit den Majoretten für neuen Schwung beim Karnevalsfest. Auf der Generalversammlung wurde nach angeregter Diskussion folgendes über die Pflichten eines Vogelkönigs festgelegt: Der Vogelkönig wird zur Unterhaltung ausgeschossen und wird auf dem Festplatz mit einer Plakette geehrt, er gibt ein 30l Fass Bier aus und trägt keine Kette. Auf der Generalversammlung von 1982 wurde einstimmig, wegen des niedrigen Kassenstandes der Beitrag von 18,00 DM auf 24,00 DM angehoben. Gleichzeitig wurde als neuer Kassierer, Werner Beckmann in den Vorstand gewählt. Nach einer Amtszeit von 27 Jahren legte Bernhard Rohlmann das Amt des Adjudanten nieder. Der gesamte Verein bedankt sich nochmals für die lange, aktive Zeit im Vorstand. Nach dem Tod von August Van Lay wurde der Festplatz für das Schützenfest in den Vogelsang verlegt. Nach einigen Vorkommnissen bei der Generalversammlung 1983 im Hotel Kerkhoff wurde das Vereinslokal gewechselt. Das neue Vereinslokal heißt „Altes Gasthaus Rohlmann“, hier fand auch unser Fahnenschrank einen guten Platz. König wurde in diesem Jahr Ewald Bruns. Zum Scheibe annageln wurde der gesamte Kindergarten, samt Erzieherinnen mitgenommen, zuvor musste jedoch der Rasen gemäht werden. Hierfür wurden extra zwei Handrasenmäher mitgebracht. Das Jahr 1984 war geprägt von Arbeitseinsätzen an der Friedhofskapelle und dem Bergeshöveder Hochkreuz. An der neuen Friedhofskapelle wurden der Vorplatz und die Wege von und zur Kapelle gepflastert (ca. 1300 m2). Um die Arbeiten übernehmen zu können mussten im Vorfeld erhebliche Probleme ausgeräumt werden. Am Hochkreuz wurden die Umgebung und das Kreuz selbst gereinigt und instandgesetzt. Hans Büscher gab sein Amt als 1. Vorsitzender nach 14 jähriger Amtszeit mit 2 Jähriger Unterbrechung an Heinz Brede ab. Das Männerballett des Junggesellen Schützenverein bei Ihrem ersten Auftritt zu Karneval. Die Feuerwehrkapelle bereitete 1985 das Karnevalsfest vor. Unter den Klängen der Blasmusik wurde mal ein ganz anderes närrisches Fest gefeiert. Manfred Rixe wurde König und konnte mit dem Vorjahreskönig Bernhard Neuhaus am Kaiserschießen teilnehmen.

Das Kaiserfest fand 1985 am Vogelstand in Birgte bei Feldmann statt, da festgelegt wurde den Kaiser mittels Vogelschießen zu ermitteln. Aus Anlass des Pfarrfamilienfestes wurde vom Junggesellen-Schützenverein das Zelt aufgebaut. 1986 fand wieder ein Heimat-Schützenfest statt, dieses Mal in Tecklenburg, wo wir selbstverständlich mit 15 Schützen teilnahmen. König wurde in diesem Jahr Peter Takacs. Der Junggesellen Schützenverein hat mittlerweile 172 Mitglieder. Auf der Generalversammlung wurde der Vorschlag einheitliche Silberkrawatten mit Schützenemblem anzuschaffen, abgelehnt. 1 Jahr später wurden trotzdem welche gekauft, jedoch besteht keine Tragepflicht innerhalb des Vereins. 1992 soll für Riesenbeck ein Meilenstein werden. Der Heimatschützenbund gab 1987, Riesenbeck den Zuschlag, das Heimatschützenfest 1992 auszurichten. Im gleichen Jahr, wurde der König mit seinen Ehrenherrn verpflichtet, im Jahr nach der Königswürde, die Fahne zu tragen. Antonius Achtermann erklärte sich bereit 1999, wenn der Junggesellen-Schützenverein 100 Jahre alt wird, das Karnevalsfest vorzubereiten. König wurde Wolfgang Wagner, der ohne Schützenuniform am Königschießen teilnahm. Ein Jubiläum hatte der Ehrenvorsitzende Helmut Middendorf, er war 30 Jahre Ehrenvorsitzender des Junggesellen-Schützenvereins und stiftete aus diesem Anlass einen Wanderpokal, der während des Pokalschießens in der Fastenzeit als Jugendpokal ausgeschossen wird. Der Lepra Strickkreis erklärte sich bereit die Fahne und die Ketten zu restaurieren. In Gegenleistung sammelten die Junggesellen Papier und verkauften dieses zu Gunsten des Lepra Strickkreises. Der SSV baute eine Vogelstange und stellte sie in dem Wäldchen vor dem Schießstand auf. Im Jahre 1988 wurde Heinrich Bangewitz König, und er sollte ein Jahr später etwas Besonderes erleben. Johannes Rau gab sich die Ehre. Er marschierte 1989 mit, um den amtierenden König Heinrich Bangewitz auszuholen und nahm dann am Königschießen im Vogelsang teil, bei dem Helmut Verlage neuer König wurde. In diesem Jahr nahmen 98 Schützen am Schützenfest teil. Der 1. Schützenfesttag endete mit einer Badenacht beim König. Die Damen sprangen samt den festlichen Kleidern ins Wasser. Beim Anbringen der Scheibe setzte sich das Treiben am Pool bei strahlendem Sonnenschein fort. Auf der Generalversammlung wurde der Vorschlag aus der Versammlung, den Beitrag von 24,00 DM auf 30,00 DM zu erhöhen, stattgegeben. Nach 6 Jähriger Amtszeit von Heinrich Brede wechselte der erste Vorsitz erneut nach Hans Büscher. An einem öffentlichen KK-Pokalschießen nahmen 44 Vereine mit 60 Mannschaften teil. 1990 wurde der Maibaum vor dem Vereinslokal aufgestellt.

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